Keine Nazikundgebung in Lechenich – Erftstadt gegen Rechts

Für den 03. Juni ruft die Nazipartei „Die Rechte“ zu einer Kundgebung in Erftstadt-Lechenich auf. Grund genug für uns Flagge gegen Menschenverachtung und Rassismus zu zeigen!

Neonazis stellen für ihre Feindbilder eine ernsthafte Bedrohung dar. Seit der Wiedervereinigung haben Neonazis und Rassist*innen mindestens 152 Menschen ermordet und tausende weitere Gewalttaten begangen. Dabei sind rechtsmotivierte Morde der krasseste Ausdruck neonazistischen Handelns. Gerade in Dörfern versuchen sie Angstzonen zu schaffen und Demokrat*innen, Lesben und Schwule, (vermeintliche und tatsächliche) Migrant*innen und Antifaschist*innen einzuschüchtern. Im Hintergrund steht immer eine Ideologie, die hinter den sozialen Problemen in Deutschland Sündenböcke als Schuldige ausmacht. Das Wohlergehen eines von ihnen rassisch definierten „deutschen Volkes“ wird dem Wohlergehen und der persönlichen Entfaltung jedes Einzelnen vorgezogen.

Doch Nazis handeln nicht im luftleeren Raum. Rassismus, Antisemitismus und autoritätshöriges Denken sind in der Gesellschaft weit verbreitet. Vor rund 20 Jahren griffen Neonazis beklatscht von Bürger*innen Asylbewerber*innenheime mit Steinen und Molotowcocktails an. Exemplarisch für die Pogrome der 90′er Jahre stehen die Orte Rostock-Lichtenhagen, Hoyerswerda und Solingen. Während die Polizei wie im Falle von Rostock-Lichtenhagen nicht einschritt, handelte die Politik. 1993 beschloss der deutsche Bundestag mit Stimmen von CDU/CSU, FDP und SPD das Grundrecht auf Asyl faktisch abzuschaffen. Die Folge der rassistischen Pogrome: nicht die Gewalttäter*innen wurden bestraft, sondern die Opfer entrechtet.

Und erst jüngst zeigte sich im Zusammenhang mit den Taten des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU), dass deutsche Polizeibehörden in ihrer Ermittlungsarbeit ein rassistisches Motiv für die Taten nicht erkannt haben wollen. Die Öffentlichkeit sprach ihrerseits von „Dönermorden“ und entmenschlichte die Opfer, die nicht mehr als Menschen wahgenommen, sondern als „Döner“ bezeichnet wurden. Rassismus ist also nicht nur in den Köpfen von Neonazis verwurzelt.

Mit unserer Demonstration wollen wir uns gegen jede Form von gesellschaftlichem und institutionalisiertem Rassismus wenden und Partei für die Rechte von Geflüchteten und anderen ausgegrenzten Gruppen beziehen. Statt Diskriminierung und Sündenbock-Theorien zu reproduzieren wollen wir laut und entschlossen für eine multikulturelle Demokratie, gesellschaftliche Vielfalt und individuelle Entfaltungsmöglichkeiten eintreten. Lassen wir die Nazis nicht unwidersprochen aufmarschieren!
Beteiligt euch an unserer Demonstration und Protesten gegen die Nazis!

Demonstration | 03. Juni 2013 | Lechenich Marktplatz | 16.30 Uhr